Unternehmensgeschichte Eisengießerei Karlshütte
Das Bestreben der Imperial-Werke in Bünde, den Bedarf an Gussteilen für Herde und Öfen aus eigener Produktion zu decken, hatte zum Bau der Gießerei in Ahle geführt. Am 29. Oktober 1949 wurde in der Eisengießerei Karlshütte der erste Grauguss hergestellt. Damals hatte das Werk eine Belegschaft von 63 Mann in Ahle, die monatlich etwa 60 Tonnen Gussteile herstellte. In den folgenden 20 Jahren wurde gebaut, erweitert, modernisiert und rationalisiert, so dass mit 86 Mitarbeitern bereits ca. 500 Tonnen Gussteile pro Monat produziert werden konnten. Dieser gewaltige Leistungszuwachs wurde allerdings erst nach der Einrichtung einer automatischen Gieß- und Formanlage von BMD möglich. So gehörte der Betrieb in Ahle damals zu den modernsten Gießereien Europas.
1968 zeichnete sich bereits eine Rezession im Herdgeschäft ab und Imperial entwickelte zusammen mit den Schott Glaswerken das erste Glaskeramikkochfeld. So wurde die eigene Herdproduktion umgestellt und die letzten Kohleöfen 1971 gegossen. Dies war der Start für die Umstellung auf Kundenguss. Die ersten Kunden waren AEG-Motorenbau, BOSCH, Olympia und Kochs-Adler. Am 1.12.1989 wurden die Imperial-Werke an die Firma Miele veräußert. Die Gießerei wurde dabei nicht übernommen und von der Familie Thiele als eigenständiges Unternehmen fortgeführt. Zunächst trägt die Gießerei noch den Namen "Imperial-Werke Gießerei GmbH", aber aufgrund vertraglicher Vereinbahrungen muss die Gießerei 1994 den Namen abgeben. So entschloss man sich auf den Gründungsnamen "Karlshütte" zurückzugreifen. Um den Kundenanforderungen gerecht zu werden, wurden in den Folgejahren viele Investitionen getätigt. So wurde unter anderem 1992 die Gattierung von Hand durch den Bau einer vollautomatischen Gattierungsanlage ersetzt und 1995 die BMD-Formanlage durch die vollautomatische Formanlage von Heinrich Wagner Sinto (HWS) ersetzt. Mit der Inbetriebnahme des ersten Elektroofens 1997 konnte nunmehr auch Sphäroguss hergestellt werden. 1998 lag der gesamte Produktionsausstoß der Gießerei bei 2.706 Tonnen und einem Umsatz von 9,7 Mio. DM, die insgesamt 65 Mitarbeiter erwirtschafteten.
Am 29. Oktober 1999 wurde das 50-jährige Firmenjubiläum gefeiert. Um flexibel auf die Kundenbedürfnisse reagieren zu können und die Leistungsfähigkeit zu steigern, wurde 2001 eine neue Kernschießmaschine vom TYP Laempe LL10 und 2004 eine EIRICH Sandaufbereitungsanlage nach dem Evactherm®-Verfahren in Betrieb genommen. 2007 liegt die Jahrestonnage bereits bei 4.397 Tonnen. Durch das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Produktionsbereiche gewährleistet die Eisengießerei Karlshütte eine exzellente Qualität der erzeugten Gussprodukte.
So wurde dem Unternehmen im Sommer 2008 von der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen bescheinigt, das das eingeführte Qualitätsmanagementsystem den Anforderungen nach DIN EN ISO 9001:2000 entspricht. Im Juni 2009 wird durch die Systemüberprüfung seitens der DQS der Qualitätsstandard erneut bescheinigt.
Das Unternehmen beschäftigt heute 65 Mitarbeiter und wird von dem geschäftsführenden Gesellschafter Dipl.-Ing. Karl-Heinrich Thiele geleitet.




